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Veranstaltungshinweis: 27.01.2022 - #Lichter gegen Dunkelheit

Lichter gegen Dunkelheit - So lautet das diesjährige Motto zum Holocaustgedenktag, den 27.01.2022. Stadt Hann. Münden und die Mündener Geschichtsvereine laden zu einer Gedenkveranstaltung an der Südseite des Rathauses um 18 Uhr ein. Um das Tragen einer FFP2-Maske und Abstandswahrung wird gebeten.

Licht in das Dunkel bringen, so kann man die Leistungen der Aufarbeitung und der Gedenkstättenarbeit bezeichnen. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis das ganze Ausmaß der Vernichtung und Verfolgung in der NS-Zeit an das Licht der Öffentlichkeit gedrungen ist. Der Mut zur Wahrheit ist die Basis für Vertrauen und Versöhnung. Doch wird immer wieder gegen diese Aufarbeitung angearbeitet. Mal ist es die „Schlussstrichdebatte“, jüngst wurden Maßnahmen der Coronapolitik bewusst mit der Stigmatisierung der Juden in der NS-Zeit verglichen. Geschichte ist nicht etwas, das man wie einen Mantel auszieht. Sie bleibt. Das Eintreten für universelle Menschenrechte fußt auch auf dem unvorstellbaren Leid, was Menschen Menschen zugefügt haben.

Die jüdische Gemeinde in Münden umfasste vor 1933 rund 100 Personen. Der Weg in das Exil bot in zahlreichen Fällen ein Überleben in Entwurzelung, oder führte nach den Eroberungsfeldzügen in der Tschechoslowakei in Holland, Frankreich wieder in die Fänge der Gestapo und dann in den Tod. Die zum Jahreswechsel 1941/42 in Münden verbliebenen 23 Jüdinnen und Juden waren erfasst und wurden in das Warschauer Ghetto, Auschwitz und Theresienstadt abgeschoben. Dort verliert sich von 22 Personen jede Spur. Nur Frieda Hartung überlebte unter dem glücklichen Umstand, erst 1944 in das Lager Theresienstadt abgeschoben worden zu sein. Im Rahmen der Veranstaltung sollen für diese Menschen, die einst in Münden lebten, Lichter aufgestellt werden.

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