Lange Straße 24 (»Silberfuchs«): Teilrückbau als Vorbereitung der Instandsetzung
Im Jahr 2019 hat die Stadt Hann. Münden das Gebäude Lange Straße 24 erworben. Durch einen erheblichen Sanierungsstau befand sich das Gebäude in einem maroden Zustand und war in einigen Bereichen sogar einsturzgefährdet.
Mit dem Kauf des Gebäudes verfolgt die Stadt Hann. Münden das Ziel, die Gebäudesubstanz so weit wie möglich zu retten und für das Grundstück eine neue Nutzung zu ermöglichen.
Das mehrgeschossige Fachwerkhaus bestand aus dem Vorderhaus sowie einem Anbau mit Hinterhaus.
Umfangreiche Gebäudeuntersuchungen ergaben, dass einzelne Gebäudeteile, insbesondere der rückwärtige Bereich des Haupthauses, infolge des massiven Hausschwammbefalls und erheblicher konstruktiver Mängel nicht mehr tragfähig, mithin einsturzgefährdet waren. Einzelne Gebäudeteile mussten bereits 2020 gesperrt werden.
Die abgängigen Gebäudeteile wurden im Herbst 2024 entnommen, um den wesentlichen Teil des Baudenkmals, die straßenseitige Fassade, zu erhalten. Die Fassade ist wesentlicher Teil des Baudenkmals, welches insbesondere durch seine Lage und seines historischen Wertes als hochkarätig einzustufen ist.
Das Gebäude bestand aus verschiedenen Gebäudeteilen, die in unterschiedlichen Bauphasen ergänzt, umgebaut oder ersetzt wurden, woraus sich eine sehr unübersichtliche Gebäudestruktur ergab, die besondere Anforderungen an den den verbleibenden Gebäudebestand sichernden Rückbau gestellt hat. Eine detaillierte Rückbauplanung war daher unerlässlich.
Die gesamte Sicherungsmaßnahme unterteilt sich in drei Bauabschnitte:
1. BA: Sicherung der erhaltenswerten Gebäudesubstanz (Januar 2024 – April 2024)
2. BA: Entnahme der abgängigen Gebäudeteile zwecks Erhalt des Baudenkmals (Oktober 2024 – Dezember 2024)
3. BA: Wetterschutz für die verbleibenden Gebäudeteile (September 2025 – Anfang 2026)
Bedingt durch die enge Bebauung bestand die konkrete Gefahr, dass der massive Hausschwammbefall auf die Nachbargebäude übertritt. Auch aus dieser Situation heraus ergab sich eine Eilbedürftigkeit der Baumaßnahme.
Insbesondere durch die Einsturzgefahr des rückwärtigen Gebäudeteils und durch die ausgesprochen beengte Lage in der Altstadt gestaltete sich die Entnahme der Gebäudeteile als praktisch sehr schwierig: Der Rückbau erfolgte über einen Mobilkran mit Personenkorb von „oben nach unten“. Aus Sicherheitsgründen wurden die abgängigen Gebäudeteile von nur einem Mitarbeiter der bauausführenden Firma entnommen. Weitere Personen durften sich in dem einsturzgefährdeten Gebäudeteil nicht aufhalten.
Während des zweiten und dritten Bauabschnitts erforderte der Bauablauf phasenweise eine Sperrung der unteren Langen Straße für den Fahrzeugverkehr. Die daraus resultierende geänderte Verkehrsführung wurde vorab auf der städtischen Homepage und der in der örtlichen Presse veröffentlicht.
Nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen hofft die Stadt Hann. Münden, einen Investor zu finden, der das Gebäude kauft und z. B. als Wohn- und Geschäftshaus reaktiviert.